Donnerstag, 21. Mai 2009

Mit Robert Langdon durch Buenos Aires

Am besten ihr lasst diese Musik laufen, wenn ihr den folgenden Text lest. Es geht nämlich um Verschwörungstheorien und kirchliche Figuren. Also um die Frage, warum Dan Brown noch keinen Roman in Buenos Aires hat spielen lassen.

In der Stadt, in der man so religiös ist, dass man fordert, Schnulzen-Sänger aus den 20ern heilig zu sprechen und wahrscheinlich hier und da noch den ein oder anderen Exorzismus durchzieht, finden sich nämlich einige Orte, an denen Robert Langdon seine helle Freude hätte. Fangen wir mit einem Friedhof und seinen dunklen Geheimnissen an:


Hier reiht sich eine Gruft an die nächste - das ganze sieht aus wie eine morbide Kleinstadt, in der man sich nicht wundern würde, wenn um Punkt Mitternacht die Toten aus den Särgen kommen. (Die, da die Keller übervoll sind, oft für jedermann gut sichtbar aufgestapelt sind. Manche Särge lassen sich ohne weiteres öffnen. Die Führerin erzählte, dass vor kurzem einer geöffnet und dem Skelett darin ein Lolli in den Mund gesteckt wurde)

Auf dem Friedhof ist auch Evita beerdigt, weswegen die Touristen überhaupt erst dorthin gehen. Ihre Leiche wurde schon von Buenos Aires nach Madrid überführt und ist erst seit 1976 wieder auf dem Friedhof in Agentinien. Ich wette, Langdon würde herausfinden, dass Evita nach dem Hin und Her gar nicht mehr in ihrem Sarg liegt. Oder dass sich eine Tür unter einem Symbol vor dem Sarg findet, die in finstere Katakomben führt, wo die Illuminaten tagen...
Die Böden einiger Gruften sind übrigens schwarz-weiß gekachelt. Das zeigt an, dass dort Freimaurer beigesetzt sind. Und die - das wird Langdon schnell durch eine Schrift von Galileo Galilei herausfinden - stehen eindeutig in Verbindung mit den Illuminaten.

Frei von jeder Verschwörungstheorie ist die Geschichte dieses 19-jährigen Mädchens, das 1907 starb:

(Es ist auf diesem Friedhof völlig normal, dass man eine Statue des Toten vor sein Grab stellt.)

Die Kleine wurde für tot erklärt (ihr wisst, was passieren wird, wenn am Anfang einer Geschichte jemand für "tot erklärt" wird und nicht einfach stirbt). Sie wurde bestattet. Nach ein paar Tagen ging man in die Gruft, um zu putzen. (Ja, die Gruften werden regelmäßig von Verwandten feucht durchgewischt. In einigen sieht man auch tatsächlich Putzzeug neben den Särgen stehen. Wenn länger als 18 Jahre nicht geputzt wurde, löst die Stadt die Gruft automatisch auf.) Der Sarg des Mädchen stand auf, ihre Leiche lag vor der Tür der Gruft. Sie war in ihrem Grab aufgewacht, hatte es geschafft, den schweren Sargdeckel zu öffnen und war dann verhungert, weil die Steintür leider zu schwer zu öffnen war...
Es heißt, sie schleicht noch heute über den Friedhof und füttert die vielen Katzen, die dort herumstreunen...


Aber zurück zu den Illuminaten. Die gibt es nämlich auch leibhaftig in Buenos Aires. Wir waren in einem Club, der sich offiziell so nennt:


Hier treffen sich Deutsche, die in Buenos Aires in Führungspositionen arbeiten und debattieren. Worüber sie debattieren, wollte man uns nicht sagen. Langdon würde sicher herausfinden, dass sie in Wirklichkeit zu den Illuminaten - den Weltenlenkern - gehören. Beweise habe ich auch schon gefunden:
1. Der Sitz des Clubs liegt direkt neben dem Goethe-Institut. Und Goethe gehörte zu den Illuminaten.
2. Im Eingangsbereich steht ein Eisbär, der einen Fisch im Maul hat. Der Fisch ist das frühchristliche Symbol der Kirche. Und die Illuminaten sind die Feinde der Kirche...


Wenn ihr jetzt noch nicht überzeugt seid, dann seht euch den dritten Beweis an. Was glaubt ihr, wie viele Stockwerke das Haus hat, in dem der Club Aleman sitzt?



Seht euch jetzt noch mal das Gründungsdatum vom Club an. Es ist 1855. Langdon würde jetzt rechnen: 18+5=23, da bleibt noch eine 5. Und 5 ist die Quersumme aus 23!
Unheimlich, nicht wahr?


Ihr könnte die Musik jetzt wieder ausmachen. Morgen gibt es erste Berichte zum Tango. In einer Stunde beginnt der Tanzkurs...

1 Kommentar:

  1. Na, dann mal viel Spaß beim Tanzen.

    Viele Grüße,
    René B.

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